Im Bild von links nach rechts: Pater Jörg Dantscher SJ, Stellv. Missionsprokurator der Jesuitenmission Nürnberg, die für die weltweiten Entwicklungs- und Hilfsprojekte des Ordens verantwortlich ist, Theresa Gruber und Thomas Gruber

 

Anstelle teuerer Werbegeschenke: Gruber Landtechnik spendet € 5.000,-

für Tribal Watershed Programm


Den Regen fangen, wo er fällt!


Die ökologische Katastrophe in Ahmednagar, Westindien ist erschreckend. Durch die Abholzung der Wälder für Bau- oder Feuerholz ist ein sehr großes Gebiet versteppt. Und das Schlimmste: Es wurde nicht aufgeforstet. Die seltenen, aber heftigen Regenfälle versickern nicht mehr, sondern tragen immer mehr fruchtbares Erdreich ab. Das Tribal Watershed Programm der Jesuiten im Westen Indiens setzt genau hier an. Pater Robert Da Costa SJ führt mit seinen Mitarbeitern die Arbeit des Schweizer Jesuiten Hermann Bacher SJ weiter, der die Watershed-Methode zur Wiederbegrünung von verstepptem Land entwickelt hat.


Den Regen fangen
Im Watershed Programm arbeitet ein ganzes Dorf zusammen. Am Anfang steht die Organisation des Dorfes, alle müssen am gleichen Strang ziehen. Seit mehr als 40 Jahren haben sich viele Dörfer dazu entschieden, an diesem Programm teilzunehmen und selbst für ihre Zukunft aktiv zu werden. Die anfängliche Skepsis weicht schnell, wenn die Dorfgemeinschaft einen Ausflug zu einem erfolgreichen Watershed-Projekt macht und mit eigenen Augen sieht, wie aus trockener Erde eine blühende Landschaft entstehen kann. Die Einwohner ziehen Furchen in die Berghänge bis weit in's Tal hinein. Diese werden mit lockerer Erde gefüllt und mit jungen Bäumen bepflanzt. Wenn dann der Regen kommt, zeigt sich das Wunder: Das Wasser wird in den Furchen gefangen, versickert und wird im Boden gehalten. Die Wurzeln der Bäume halten die Erde fest, wodurch der Grundwasserspiegel steigt. Trinkwasserbrunnen haben wieder Wasser, bisher dürre Felder können bewässert werden und bringen reiche Frucht. Überall wachsen statt Dornbüschen Bäume, Sträucher und saftiges Grün. Sogar Rinder können nun in einigen Dörfern gehalten werden. Es gibt genug Wasser und Nahrung für alle.


Zukunft für die Tribals
Neben dem ökologischen zählt auch der soziale Aspekt. Das Watershed Programm wendet sich an die Tribals, die Ureinwohner Indiens. Sie gehören heute zu den Ärmsten im Land und sind in die unwirtlichen, verdorrten Hügel abgedrängt worden. Dieses trockene Land kann sie kaum ernähren. Die meisten sind ohne Schulbildung. Auch ihre Kinder können oftmals nicht zur Schule gehen, da die Familien auf der Suche nach Tagelöhner-Arbeiten in der Umgebung herumwandern. Durch das Watershed Programm können sich die Familien nun an einem Ort niederlassen, durch die Landwirtschaft für ihren Lebensunterhalt sorgen und ihren Kinder einen regelmäßigen Schulbesuch ermöglichen.


Pater Robert Da Costa SJ:
„Es ging den Menschen hier so schlecht, man kann sich das gar nicht vorstellen. Sie hatten Hunger, zu wenig Trinkwasser, waren krank. Durch unser Watershed Programm haben sie heute ausreichend Trinkwasser, können ihre kleinen Felder bewässern und sogar dreimal im Jahr ernten. Überall wachsen statt Dornbüschen Bäume, Sträucher und saftiges Gras. Ein kleines Wunder, wenn man weiß, wie das Land vorher ausgesehen hat.“